Datenbank der alten Steinbrüche und Abbaustätten im Gebiet des NP Böhmische Schweiz und des Elbsandsteingebirge Landschaftsschutzgebiets

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Durchführungszeitraum: 04/2021 – 12/2023

Das Projekt konzentrierte sich auf den Bergbau und die bergbaulichen Erkundungstätigkeiten (alte Steinbrüche, Gruben, Stollen, Schächte usw.) unter Einbeziehung des weiten historischen Kontextes. Das Projekt basierte auf der interdisziplinären Zusammenarbeit von Natur- und Geisteswissenschaften. Im Rahmen einer dreijährigen fachlichen Zusammenarbeit zwischen Geologen, Historikern und Feldforschungsmitarbeitern wurden alte, inzwischen aufgegebene und nicht mehr funktionstüchtige Steinbrüche im Untersuchungsgebiet gesucht, erkundet, klassifiziert und mit modernen Methoden detailliert beschrieben, einschließlich der Charakterisierung von Abbaumethoden, der Dokumentation erhaltener Relikte von Geräten und Anlagen größerer Bergbaubetriebe und der Bewertung des aktuellen Zustands. Die in den Steinbrüchen und Abbaustätten verbliebenen Halbfabrikate sind nicht unbeachtet geblieben. Auch die aktuelle Frage nach der Stabilität aufgelassener Steinbruchwände und der Herkunft von Bausteinen (Nutzung als Baudenkmäler) sowie die mögliche Sekundärnutzung von Steinbrüchen, die heute oft ein bedeutendes Landschaftselement oder Wahrzeichen darstellen, wurden berücksichtigt.

Das Projekt wird mit staatlicher Unterstützung durch die Technologieagentur der Tschechischen Republik (TAČR) im Rahmen des ÉTA-Programms, Reg.-Nr. TL05000407, kofinanziert.

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10. – 27. 10. 2023 von 10.00 bis 16.00 Uhr
HERBSTFERIEN IM MUSEUM
Ende Oktober 2023 fanden zwei Tage mit ausbildenden und spielerischen Aktivitäten für Familien und die breite Öffentlichkeit statt. Die Veranstaltung war ein Begleitprogramm zur Ausstellung “ WIR STEINBRÜCHE: die Sandsteinlandschaft in den Händen der Steinbrucharbeiter“ (im Orig. „MY LOMY: pískovcová krajina v rukách lamačů). Die Besucher konnten sich unter anderem in der Steinmetzwerkstatt im Außenatrium des Museums an der Bearbeitung verschiedener Sandsteinsorten ausprobieren oder beim Bau eines Lehmofens zur Eisenverhüttung mitwirken. Es fanden laufend Führungen durch die Ausstellung statt, zudem gab es einen beliebten Vortrag von Kamil Podroužek „Elbsandstein an historischen Gebäuden“ und einen Vortrag von Natalia Belisová „Eisenerze in Sandsteinen – Geschichte des Abbaus und der Verarbeitung“. Der Höhepunkt des gesamten Programms war die Verhüttung von Eisenerz im Zentrum der Kreisstadt.
           
          
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9. / 17. 10. / 29. 11. 2023
KOMMENTIERTE AUSSTELLUNGSFÜHRUNGEN mit den Projektforschern
Von September bis November 2023 fand eine Reihe von drei speziellen Führungen mit den Hauptforschern des Projekts (einem Geologen, einer Heimatforscherin und einem Bauhistoriker) statt. Jede Führung dauerte mehr als 1,5 Stunden und zielte auf den Schwerpunkt entsprechend der Spezialisierung der begleitenden Experten. Die große Beteiligung und die zahlreichen Fragen und Diskussionen bestätigten das Interesse der Öffentlichkeit an den behandelten Themen.

           
Auf Facebook posten: Ausstellung – MY LOMY mit Zuzana Vařilová
Auf Facebook posten: Ausstellung – MY LOMY mit Natalia Belisová
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22.6.2023
ERÖFFNUNG DER AUSSTELLUNG
Am Donnerstag, den 22. Juni 2023 um 17:00 Uhr wurde die Ausstellung „WIR STEINBRÜCHE: die Sandsteinlandschaft in den Händen der Steinbrucharbeiter “ offiziell eröffnet (23. Juni – 28. Januar 2024 – verlängert bis 17. März 2024). Bei der Eröffnung war ein Großteil des Autorenteams anwesend, die Veranstaltung wurde im regionalen Fernsehen und in den lokalen Medien präsentiert.
Fotos von der Eröffnung: https://www.facebook.com/muzeumusti
Bericht von der Eröffnung der Ausstellung Youtube
Naseveru.net Bericht
Mehr unter: MY LOMY

23. 5.- 27. 5. 2023
PRÄSENTATION DES PROJEKTS AUF DEM INTERNATIONALEN SYMPOSIUM
Teilergebnisse des TAČR-Projekts wurden in Form von zwei Postern von Z. Vařilová auf dem „14th Symposium on Pseudocarst“ (Karłów, Polen) vorgestellt. Die Zusammenfassungen der Poster mit den Titeln „Veränderungen des Reliefs von Sandsteinfelsen aufgrund von historischem Steinabbau“ und „Die Folgehöhle von Sandloch – ein Ergebnis des Einsturzes historischer unterirdischer Sandgruben“ („Changes in the relief of sandstone cliffs due to historical stone quarrying “ and “The consequence cave of Sandloch – a result of the collapse of historical underground sand pits “ ) sind Teil des Konferenzbandes.
 

26. 10. 2022
WORKSHOP
Am Mittwoch, den 26. Oktober 2022, fand im Rahmen des von der Tschechischen Agentur der Tschechischen Republik (ÉTA) geförderten Projekts „Datenbank der alten Steinbrüche und Abbaustätten im Gebiet des NP Böhmische Schweiz und des Landschaftsschutzgebiets Labské sandstones“ ein planmäßiger Workshop statt, um das interdisziplinäre Projekt den eingeladenen Vertretern von Universitäten, staatlichen Denkmalpflegern, Naturschutzbehörden, regionalen Behörden sowie einem weiteren Fachpublikum, Journalisten und anderen potenziellen Nutzern der Projektergebnisse vorzustellen. Es wurden die einzelnen Projektthemen und Teilforschungsergebnisse (die während der 1,5-jährigen Projektdurchführung erzielt wurden) sowie die identifizierten Fallstricke bei der Untersuchung archivalischer Quellen, der Beschreibung alter Steinbrüche und erhaltener Relikte in der Landschaft vorgestellt, einschließlich einer Demonstration der erarbeiteten Ergebnisse (Online-GIS-Datenbank, Visualisierung und 3D-Modellierung). Es wurden auch aktuelle Fragen behandelt, die z. B. die Herkunft von Bausteinen oder die Stabilität alter Steinbruchwände betreffen.


Mehr unter:
www.facebook.com/muzeumusti/

Aufgezeichnete Vorträge vom Workshop am 26. Oktober 2022:
https://www.youtube.com/playlist?list=PLpjnbS91cGZpKDTtDWQtYZV3sfKrF5Z3e

7. 9.- 8. 9. 2022
PRÄSENTATION DES PROJEKTS AUF DEM KONGRESS
Das Thema „Stabilität alter Bruchwände und das Risiko von Felsstürzen“ wurde in Form eines Posters von Z. Vařilová auf dem „HG und IG Kongress“ am 7.-8. September 2022 in Ústí nad Labem vorgestellt. Das Thema war ein Teil der Sektion „IG9 Hangbewegungen und andere geodynamische Phänomene“ (P04). Der Fachartikel, der Teilergebnisse des TAČR-Projekts mit dem Titel „Destabilisierung von Felswänden durch Altbergbau in der nordböhmischen Kreide (Elbsandsteingebirge)“ präsentiert, ist Teil des Online-Konferenzsammelbandes.
  
Mehr über den Kongress hier: https://hgig.cz/

26. 5. 2022
VORTRAG FÜR ÖFFENTLICHKEIT
Das Thema der Mineraliengewinnung (einschließlich neuer Entdeckungen im Rahmen des TAČR-Projekts) war Teil des beliebten Vortrags von Z. Vařilová und N. Belisová in Coffe&Books am 26. Mai 2022 in Děčín. Der Vortrag mit dem Titel „Geologie der Böhmisch-Sächsischen Schweiz“ war Teil der thematischen Veranstaltungen des Café Nobel

(foto © Frederik Velinský, UJEP)

Řešitelé projektu:

Muzeum města Ústí nad Labem, p. o.
Universita Jana Evangelisty Purkyně (Centrum pro dokumentaci a digitalizaci kulturního dědictví FF UJEP)
Spolupracující subjekt: Správa  NP České Švýcarsko

ŘEŠITELSKÝ TÝM:
RNDr. Zuzana Vařilová, Ph.D. – geolog, vedoucí projektu,
Mgr. Natalie Belisová – vlastivědná badatelka (historie/archiv)
PhDr. Kamil Podroužek, Ph.D. – historik
Mgr. Jan Horák – dokumentátor-technik
PhDr. Jiří Belis – historik-konzervátor/dokumentátor
Mgr. Oldřich Holešinský – správce GIS

Další spolupracovníci:
– pracovníci muzea (fotograf, pomocný terénní pracovník)
– pracovníci Centra dokumentace (dokumentátor/GIS)
– externisté (mapování a dokumentace vybraných lokalit, speciální průzkumy, laboratorní analýzy, ad.)

UNTERZIELE UND THEMEN

  • Kartierung und Dokumentation der Steinbrüche im Untersuchungsgebiet – Darstellung der Ergebnisse anhand einer umfassenden Kartendatenbank
  • Erfassung neuer materieller und immaterieller Zeugnisse des Bergbaus unter besonderer Berücksichtigung des lokalen Charakters und der Ausbeutungsgeschichte der lokalen Landschaft
  • Bestimmung der Herkunft von Bausteinen in historischen Gebäuden und Denkmälern – Suche nach Hinweisen auf die Verwendung lokaler Rohstoffe
  • Bewertung der Auswirkungen des Bergbaus (Grad der Beeinträchtigung der Sandsteinlandschaft und Veränderung des natürlichen Sandsteinreliefs)
  • Bewertung des aktuellen Zustands und des Gefährdungspotenzials – Auswirkungen alter Steinbrüche und des Bergbaus auf die Sicherheit (Stabilität der Felswände oberhalb von Siedlungen und Straßen, Steinschlaggefahr und Senkungen alter Steinbrüche; Zustand und Sekundärnutzung der Steinbrüche)

Maximale Zugänglichkeit der Ergebnisse und ihre Anwendung in der Praxis: Umsetzung der Ergebnisse im Informations- und Bildungssystem und in den Aktivitäten ausgewählter Stellen zur Verbesserung ihrer Aktivitäten und Entscheidungsprozesse, als Grundlage für die Entwicklung des Flächennutzungsplans; einschließlich einer möglichen Präsentation der Ergebnisse über bestehende Online-Informations- und Kartierungsportale (NP- und CHKO-Verwaltung, KÚ, ČGS, NPÚ usw.)

 

Aktivitäten und verbindliche Ergebnisse

  • Suche nach verfügbarer Literatur, Karten, unveröffentlichten Studien und archivierten Quellen;
  • Systematische und umfassende Behandlung des Themas im Zusammenhang mit dem Sandsteinabbau und am Rande auch mit der Gewinnung von Vulkanit, Kalkstein, Granitoiden oder Erzvorkommen;
  • Feldkartierung und Vermessung des gesamten Untersuchungsgebiets (insgesamt 324 km2);
  • Inventarisierung und Beschreibung der aufgegebenen Steinbrüche und Bergbaustätten aus geologischer und historisch-proprietärer Sicht unter Verwendung moderner Technologien und Methoden;
  • Eintragung der gewonnenen Daten in eine umfassende Kartendatenbank (GIS);
  • Erstellung einer grundlegenden Typologie von Sandsteinbrüchen und Bergbaustandorten, Charakterisierung der erhaltenen Relikte des Bergbaus;
  • Detaillierte Dokumentation von 10 Modellstandorten (detaillierter Plan oder 3D-Modell der Steinbrüche, Berechnung des Volumens des abgebauten Rohstoffs, Dokumentation der Stratigraphie des Abbaus und des Straßensystems, detaillierte Charakterisierung der geologischen Struktur und Beschreibung der Gesteine usw.)
  • Ausarbeitung des Themas der Verwendung des lokalen Sandsteins. Identifizierung der Quellen des Sandsteins, der für den Bau der historischen Denkmäler in den Regionen Děčín und Litoměřice verwendet wurde. Bestimmung der grundlegenden petrographischen Eigenschaften von Sandsteinen aus bestimmten Steinbrüchen, die als Bau- oder Mühlsteine verwendet werden;
  • Kartierung von potenziell gefährlichen Steinbruchwänden, Risikokartierung von Steinschlag (einschließlich der Entwicklung einer Methodik zur Bewertung von Gefahren und Risiken in alten Steinbrüchen)
  • Präsentation des Projektthemas 1) für die Fachöffentlichkeit (durch einen Workshop, Präsentationen auf Konferenzen, Veröffentlichung wissenschaftlicher Artikel und eines Forschungsberichts) und 2) für die breite Öffentlichkeit auf pädagogische und populäre Weise (durch eine Museumsausstellung, Vorträge und Begleitveranstaltungen für Familien mit Kindern).

Verbindliche Projektergebnisse:

  • Workshop (W – Workshop-Organisation)
    Geplantes Abschlussdatum: bis 31. Oktober 2022
  • Publikationen (Artikel) mit Teilergebnissen der Forschung
    (Jost – Sonstige Artikel in begutachteten Fachzeitschriften)
    Geplantes Erreichen: im Laufe des Jahres 2023 (bis 31. Dezember 2023)
  • Ausstellungsprojekt (E – Organisation einer Ausstellung)
    Geplante Eröffnung der Ausstellung 6/2023, Abschluss 12/2023 mit der Möglichkeit einer Verlängerung
  • Ein Satz von Karten mit technischem Inhalt zusammen mit einer Informationsdatenbank
    (Nmap – Spezialisierte Karte mit Fachinhalt)
    Geplantes Erreichen: 31/12/2023
  • Zusammenfassender Forschungsbericht (Research Summary Report)
    Geplantes Erreichen: 31. Dezember 2023

Pressemitteilung vom 30. April 2021 zum Download: HERE

Vařilová Z. (2021): Dokumentace starých lomů – úspěšný projekt TAČR. Příspěvky k ústecké vlastivědě 2021, No. 23, p. 72–73.

Ústečtí muzejníci vyrážejí bádat do nestabilních skal Labských pískovců. Ustecky.denik.cz, 30. 4. 2021.
https://ustecky.denik.cz/zpravy_region/muzeum-usti-badani-tezba-piskovec-20210430.html

Geologové vyrážejí bádat do skal. [Geologists heading out for research in the cliffs] Právo, 5. 5. 2021.

Muzeum a FF spolupracují na projektu TA ČR. Ujep.cz, 6. 5. 2021.
https://www.ujep.cz/cs/30035/muzeum-a-ff-spolupracuji-na-projektu-ta-cr?fbclid=IwAR1KQGMIB7LR0OxAjj1YVuylYTHP727kwnUyGDcctEkLoq0YQynRsEXRhkg

Ústečtí muzejníci vyrážejí bádat do nestabilních skal. Mistnikultura.cz, 11. 5. 2021.
https://www.mistnikultura.cz/ustecti-muzejnici-vyrazeji-badat-do-nestabilnich-skal

Pískovcová krajina v rukách lamačů kamene. Ústecké muzeum připravilo zajímavou výstavu My lomy. Naseveru.net, 23. 6. 2023.
https://www.naseveru.net/2023/06/23/piskovcova-krajina-v-rukach-lamacu-kamene-ustecke-muzeum-pripravilo-zajimavou-vystavu-my-lomy/

ÚSTÍ N.L: Výstava „MY LOMY: Pískovcová krajina v rukách lamačů“ přibližuje těžbu pískovce. Regionální televize Ústecka, 29. 6. 2023.
https://www.youtube.com/watch?v=HdLCxydv5kQ&list=PL_1b0ipILhY_jdk92cYIPWWu-3N-rfL0r&index=6

Museum der Stadt Ústí nad Labem, p. o.

RNDr. Zuzana Vařilová, Ph.D.
E-Mail: varilova@muzeumusti.cz
Tel.:
+ 420 475 210 937
Handy: + 420 773 541 535

 Jan Evangelista Purkyně Universität (Zentrum für Dokumentation und Digitalisierung des Kulturerbes, Philosophische Fakultät, UJEP)
PhDr. Kamil Podroužek, Ph.D.
E-Mail: kamil.podrouzek@ujep.cz
Tel.: + 420 475 286 459
Handy: + 420 725 836 413

ERGEBNISSE 

  • Workshop: 26. 10. 2022, ab 10:00 Uhr im Museum der Stadt Ústí nad Labem

Während des Workshops haben die Projektmitarbeiter die neuesten Ergebnisse der interdisziplinären Forschung von 2021-2022, die angewandte Methodik, interessante Fakten und entdeckte Schwierigkeiten vorgestellt.
Ziel des Workshops war es, das Projekt unter Beteiligung von Forschern, Antragstellern, Vertretern von Bildungseinrichtungen, Vertretern des Naturschutzes und Denkmalschutzes, den potenziellen Nutzern der Projektergebnisse vorzustellen. In der Diskussion wurden mögliche Anforderungen und Vorschläge für eine bessere Nutzung der Anwendungsergebnisse erörtert.

PROGRAMM:

• Eröffnung des Workshops, Begrüßung der Teilnehmer (Museumsdirektor Mgr. Václav Houfek)
• kurze Einführung in das Projekt und die geplanten Ergebnisse (RNDr. Zuzana Vařilová, Ph.D.)
Präsentation von Teilergebnissen der Kartierung und Dokumentation von Steinbrüchen (20 Min. + 5 bis 10 Min. Diskussion für jeden Beitrag):
• Geschichte des Bergbaus in der Region und Archivrecherche von Modellstandorten (Mgr. Natalie Belisová)
• Bergbaumethoden und erhaltene Relikte in der Landschaft (PhDr. Kamil Podroužek, Ph.D.)
• Alte Steinbrüche und Bergbaustätten und ihre heutigen Funktionen (PhDr. Jiří Belis)
• Vergleichende Analyse von Sandsteinen zur Bestimmung der Herkunft von Rohstoffen (Mgr. Jiří Adamovič, CSc.)
• Dokumentation von Steinbrüchen mit Hilfe moderner Technologien (Mgr. Jan Horák)
• Stabilität von alten Steinbruchwänden (RNDr. Zuzana Vařilová, Ph.D.)
• Präsentation der Ergebnisse anhand der ArcGIS Online Kartendatenbank (Mgr. Oldřich Holešinský)
• Abschlussdiskussion

Aufgezeichnete Vorträge des Workshops vom 26. Oktober 2022:
https://www.youtube.com/playlist

 

• Ausstellung „WIR STEINBRÜCHE: die Sandsteinlandschaft in den Händen der Steinbrucharbeiter “ (23. Juni – 8. April 2024)

Ausstellungskuratorin: Zuzana Vařilová,
Architektonischer Entwurf: Jan C. Löbl
Grafische Gestaltung: Marek Fanta und Adéla Bierbaumer
Gestaltung und Satz der Infotafeln: Vladimír Cettl, Zuzana Vařilová
Realisierung der Ausstellung: Jakub Doležel, Jan C. Löbl, Jiří Belis, Zuzana Vařilová, Martin Novák
Autoren der Texte: Natalie Belisová, Zuzana Vařilová, Jiří Belis, Kamil Podroužek, Jan Lokajíček
Erstellung der 3D-Modelle: Jan Horák
Erstellung der Videoprojektion: Jan Horák, Zdeněk Svejkovský
Erstellung von Karten: Oldřich Holešinský
Autor der Zeichnungen: Luděk Marks
Autoren der Fotografien: Jiří Preclík, Zuzana Vařilová, Kamil Podroužek, Natalie Belisová, Jan Horák, Václav Sojka, Ivan Peřina, Zita Tončerová, begleitende Fotodokumentation des Projekts und freie Werke (Wikimedia Commons, Deutsche Fotothek, etc.)
Ausgestellte Exponate: Museum der Stadt Ústí nad Labem, Privatsammlung von Jiří Belis und Natalia Belisová, Privatsammlung von Kamil Podroužek, Verwaltung des Nationalparks Böhmische Schweiz, Ladislav Krejza (Sandsteinblöcke), Verband der Jugendtouristenklubs der Tschechischen Republik (Mahlwerk der Wopparnmühle), Vladimír Ort (Steinbrecherwerkzeuge), Geländesammlungen im Rahmen des Projekts.

Im Museum der Stadt Ústí nad Labem werden den Besuchern in drei Ausstellungssälen die Ergebnisse der Erfassung von mehr als dreitausend Steinbrüchen präsentiert, die in den letzten zwei Jahren von Historikern und Geologen aus Nordböhmen im Rahmen des Forschungsprojekts „Datenbank der alten Steinbrüche und Abbaustätten auf dem Gebiet des Nationalparks Böhmische Schweiz und des Landschaftsschutzgebiets Elbsandsteingebirge“ entdeckt und kartiert wurden. Die Ausstellung verdeutlicht, wie sehr das Landschaftsrelief des Elbsandsteins durch die menschliche Tätigkeit bei der Gewinnung von Bausteinen geprägt ist. Fotodokumentationen aus dem Gelände zeigen, wie man einen stillgelegten Steinbruch in der Landschaft erkennen kann. Manchmal ist er nur durch Werkzeugspuren an den Wänden zu erkennen, anderswo haben die Steinmetze Inschriften und Jahreszahlen eingeritzt. Es gibt auch Felsenkeller, in denen die Steinbrecher Werkzeuge, Lebensmittel und Sprengstoff versteckten. Riesige Steinbrüche, die Hunderte von Metern lang sind, liegen neben kleinen, unauffälligen Steinbrüchen.

Die Besucher der Ausstellung werden sich auch direkt in einem Sandsteinbruch wiederfinden. Sie sehen die spezifischen Werkzeuge, mit denen die Steinbrecher arbeiteten, sowie ihre kleineren Produkte wie Mühl- und Schleifsteine, architektonische Elemente oder Eisenbahnmeilensteine. Sie waren in der Lage, riesige Blöcke ohne viel Technik, meist von Hand, zu bearbeiten. Berühmte Bauwerke (z. B. der Sankt Veits Dom auf der Prager Burg, die Festung Theresienstadt, die Burg Děčín (Tetschen) oder das Dresdner Herrenhaus), die aus Sandstein aus der Elbschlucht und ihrer Umgebung gebaut wurden, werden ebenfalls vorgestellt.

Das gesamte erforschte Gebiet umfasst eine Fläche von 323 km2, erstreckt sich von Petrovice (Peterswald) bis Mikulášovice (Nixdorf) und enthält neben rund 2 500 Sandsteinbrüchen auch Hunderte von Brüchen für andere Gesteine wie Sand, Basalt, Granit, Kalkstein, Schiefer, Eisenerz und Fluorit. Auch diese werden in der Ausstellung ausführlich behandelt, sowohl mit geologischen Beispielen als auch mit detaillierten digitalen 3D-Modellen von Steinbrüchen und Bergbaurelikten. Die Ausstellung präsentiert auch auf spielerische Weise einen Ausschnitt aus der Kartendatenbank der alten Steinbrüche und Gruben.

 

Fachartikel 1

STABILITY DETERIORATION OF CLIFF FACES DUE TO HISTORICAL MINING IN THE ELBE SANDSTONES PROTECTED AREA (VERSCHLECHTERUNG DER STABILITÄT VON FELSWÄNDEN AUFGRUND DES HISTORISCHEN BERGBAUS IM SCHUTZGEBIET ELBSANDSTEIN)

Zuzana Vařilová – Kamil Podroužek – Natalie Belisová – Jan Horák

Stichworte: Sandstein, Bruchwand, Stabilität, Steinschlag, Gefährdung, Risikozonierung, Methodik, Böhmische Schweiz
Annotation: Die Studie befasst sich mit der Problematik der Instabilität einer Sandsteinlandschaft durch anthropogene Eingriffe, insbesondere durch nicht sanierten Altbergbau. In alten Steinbrüchen besteht oft ein erhöhtes Risiko von katastrophalen Felsstürzen, und der Prozess ihrer Aufbereitung ist im Vergleich zur natürlichen Dynamik der Felshangentwicklung deutlich verkürzt. Im Rahmen der Kartierung und Dokumentation stillgelegter Steinbrüche im Nationalpark Böhmische Schweiz und in der Landschaftsschutzgebiet Labské pískovce (Elbsandstein Gebirge) wurde die Risikobewertung von Steinbrüchen in ausgewählten Gebieten in drei grundlegenden Stufen und im Falle von Modellstandorten in einer detaillierteren Risikozonierung durchgeführt. Die Klassifizierungskriterien sind die Hangneigung, der Grad der tektonischen und anthropogenen Störung der Felsen, die Höhe der Wände, die Gesteinseigenschaften und der Grad der Verwitterung, die Geschichte der Felsen an dem jeweiligen Standort, das Vorhandensein von Holzschutt und vor allem der Grad der tatsächlichen Gefährdung von Straßen/Bauten/Bewohnern/Besuchern. Zusätzlich zu den historisch dokumentierten Felserosionsereignissen wurden auch mehrere relativ aktuelle Ereignisse aus den Jahren 2021 bis 2023 beschrieben. Eine separate Ebene mit potenziell gefährlichen Stellen, an denen Teile alter Steinbruchwände in bewohnte oder vom Menschen genutzte Gebiete zu erodieren drohen, wurde als Teil einer neuen Kartendatenbank für historische Steinbrüche erstellt. Die größte Konzentration instabiler Gesteinsmassen findet sich an den steilen Hängen der Elbschlucht, wo vom Ende des 18. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts ein intensiver Abbau von Baugestein stattfand, der die Morphologie der Felswände grundlegend veränderte, einschließlich zahlreicher Unterspülungen und sekundärer Störungen (z. B. durch den Einsatz von Sprengmethoden). Davon zeugen katastrophale Felsstürze und zahlreiche technische Maßnahmen (in Děčín bei Kvádrberk oder Pastýřská Stěna, im Abschnitt Suchá Kamenice – Belvedér oder Hřensko).

Zitation: Vařilová, Z., Podroužek, K., Belisová, N., & Horák, J. (2022). STABILITY DETERIORATION OF CLIFF FACES DUE TO HISTORICAL MINING IN THE ELBE SANDSTONES PROTECTED AREA. Stavební Obzor – Civil Engineering Journal, 31(4), 516–532. DOI: https://doi.org/10.14311/CEJ.2022.04.0039

Vollständiger Text der Artikel: https://ojs.cvut.cz/ojs/index.php/cej/article/view/8542

• Fachartikel 2

DIE ANWENDUNG DER PROVENIENZANALYSE ZUR ERMITTLUNG DER HERKUNFT VON SANDSTEIN AN AUSGEWÄHLTEN HISTORISCHEN GEBÄUDEN IN DEN REGIONEN DĚČÍN (TETSCHEN) UND LITOMĚŘICE (LEITMERITZ)

Kamil Podroužek – Jiří Adamovič – Natalie Belisová

Stichworte: Provenienz- und Materialanalyse, Sandstein, historische Bauten, Kulturdenkmäler, Baugeschichte, historische Steinbrüche, Böhmische Schweiz, Nordböhmen
Annotation: Die vorliegende Studie zeigt die Möglichkeiten der Anwendung der Provenienzanalyse von Sandstein für die Bedürfnisse der Denkmalpflege und der Baugeschichte auf. Ziel der Analyse war es, die Herkunftsgebiete von Sandsteinbausteinen und Schleifsteinen aus dreizehn historischen Gebäuden in den Regionen Děčín und Litoměřice in Nordböhmen zu ermitteln. Die gesammelten Materialproben wurden mit einer Reihe von Standardmethoden der Herkunftsanalyse untersucht, d. h. petrographische Analyse, Phasenanalyse und Porenraumanalyse mit Heliumpyknometrie und Quecksilberporosimetrie. Auf die gleiche Weise wurden auch Proben von gebrochenem Sandstein aus historischen Steinbrüchen in der Region Děčín ausgewertet. Für alle Bauwerke konnten so die Quellen des Sandsteinmaterials bis auf die Ebene der Steinbruchkomplexe und in einigen Fällen bis auf die Ebene der einzelnen Steinbrüche identifiziert werden. Die Studie schließt mit einem Ausblick auf die Schaffung einer OA-Datenbank mit Herkunftsmerkmalen von Sandsteinen, die zur Identifizierung von Material historischer Gebäude eingesetzt werden soll. Die Verwendung von authentischem Material bei der Restaurierung historischer Gebäude ist eine der Voraussetzungen für die Erhaltung ihrer Authentizität und damit ihres kulturellen Wertes.

Zitation: Podroužek, K., Adamovič, J. Belisová, N. (2023). VYUŽITÍ PROVENIENČNÍ ANALÝZY PŘI ZJIŠTĚNÍ ZDROJŮ PÍSKOVCOVÉHO STAVEBNÍHO KAMENE NA VYBRANÝCH HISTORICKÝCH STAVBÁCH DĚČÍNSKA A LITOMĚŘICKA. Monumentorum Custos, časopis pro památky severozápadních Čech, 16(1-2), 57–92.

  • KARTENDATENBANK (ein Komplex von Karten mit Fachinhalt zusammen mit einer Informationsdatenbank) 

Webanwendung der Kartendatenbank für alte Steinbrüche und Abbaustätten: HERE

Die Erfassung und Verarbeitung von raumbezogenen und beschreibenden Daten von Steinbruch- und Bergbaustandorten wurde mit Hilfe von kollaborativen Kartierungsmethoden konzipiert. Die Daten- und Anwendungsinfrastruktur wurde in der Cloud-Umgebung ArcGIS Online von ESRI aufgebaut. Dabei handelt es sich um eine umfassende Kartierungs- und Analyselösung, die eine Umgebung für die Konfiguration und Verwaltung räumlicher Datenbanken, einen interaktiven webbasierten Kartenviewer, Werkzeuge für die gemeinsame Nutzung von Inhalten in Form von Diensten über Daten sowie eine Umgebung für die zentrale Verwaltung von Benutzeridentitäten und -zugängen, Lizenzen und organisatorischen Inhalten bietet. Zusätzlich zu den Webkarten wurde für die Arbeit mit den Daten die vollständige Integration von ArcGIS Online mit ArcGIS Pro (Nutzung fortgeschrittener GIS-Werkzeuge) und ArcGIS Field Maps (Anzeige und Erfassung von Daten im Feld, Unterstützung der Offline-Bearbeitung mit Verwaltung der Inhaltssynchronisation) verwendet.

Die Datenerfassung erfolgte über thematische Geodatenbanken – Steinbrüche (Punkte für einzelne Steinbrüche und Abbaustätten, Polygone für große Steinbrüche oder Abbaugebiete); Relikte (Punkte und Linien, die erhaltene Überreste menschlicher Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Bergbau darstellen – z. B. Rutschen, Straßennetz, Gebäude, technischer Hintergrund von Steinbrüchen, Zwischenprodukte, Gravüren usw.); Stabilitäts- und Risikobewertung (Punkte, die eine Gefahren- und Risikobewertung in stillgelegten Steinbrüchen in ausgewählten Teilen des Interessengebiets enthalten). Die Ebene einer Modelllokalität zeigt dann 10 repräsentative Abbaustätten oder Abbaugebiete, die über die Basisdokumentation in der Nachweiskarte und den Anhängen (Nachweiskarten, detaillierte Beschreibung der Abbaugeschichte, Pläne und 3D-Modelle der Steinbrüche usw.) hinaus detailliert beschrieben wurden. Eine besondere Kategorie sind potenzielle Steinbrüche, die zwar die Merkmale eines aufgegebenen Steinbruchs oder einer Abbaustätte erfüllen, aber aufgrund fehlender Daten, Archivunterlagen und unzweifelhafter Identifizierungsspuren vor Ort nicht eindeutig als Abbaustätte identifiziert werden können.

Für jedes der Themen wurden ein spezielles Datenmodell (Schema) und Werteskalen eingesetzt. Der grundlegende Parameter für die Charakteristik der Abbaustätten ist die Art des abgebauten Rohstoffs („Rohstoff“), der die Grundfärbung der Dokumentationspunkte/Polygone im Kartenprojekt entspricht.

Für jedes Element der Datenbank werden neben den fachlichen Attributen auch Identifikationsdaten des Aufnahmeleiters und eine Bilddokumentation des Anhangs erfasst. Für die Erfassung der Standortdaten im Feld wurde in erster Linie die Lokalisierung der mobilen Geräte über integrierte GPS-Empfänger genutzt, für die Präzisierung des Standortes wurde ein digitales Höhenmodell verwendet.

Der Satz begleitender Hintergrund- und thematischer Daten bestand hauptsächlich aus öffentlich zugänglichen Betrachtungsdiensten (Topographische Grundkarte der Tschechischen Republik, Orthofoto der Tschechischen Republik, DMR 5G, RÚIAN, GeoČR 50, ÚSOP).

Die Daten können in einem vereinbarten Umfang in den Formaten ESRI File Geodatabase, Shapefile, GeoJSON, Geopackage KML, CSV oder durch Browsing-Dienste weitergegeben werden. Eine der Zugangsmöglichkeiten ist eine interaktive Web-Karten-Applikation, für die zwei Arten von Veröffentlichungen vorgesehen sind – eine Basisversion mit Browsing-Funktionen für die breite Öffentlichkeit und eine mit mehr fortgeschrittenen Optionen für die Bearbeitung von Inhalten für professionelle Einrichtungen (für ausgewählte Nutzer und Einrichtungen wird zusätzlich eine Reliktschicht zur Verfügung gestellt).

Příklady dokumentovaných lomů: